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Gedankenfutter 5/2023. Food for thought 5/2023. "Land acknowledgements".

 

Wer australische Podcasts hört, kennt die „land acknowledgements“, die Anerkennung australischer First Nations und ihrer traditionellen Gebiete, auf denen sie Jahrtausende vor der europäischen Kolonialisierung gelebt haben. Ob bei der Australian Broadcasting Corporation, in australischen Podcasts, Schulversammlungen oder politischen Reden (siehe auch den hier verlinkten Artikel von Deepa Fernandes), sie sind heute allgegenwärtig.

 

Die Anerkennung der traditionellen Hüter des Landes (nicht so sehr „Besitzer“, denn Landbesitz war ein Konzept, das vielen indigenen Kulturen weltweit ebenso unsinnig erschien, wie die Idee, die Luft zum Atmen besitzen zu wollen), verändert den Blick auf riesige Territorien und das Bewusstsein der Menschen, die heute auf kolonialisiertem Boden leben, aber auch das ihrer Besucher!

 

Nein, es korrigiert kein altes Unrecht, keinen Völkermord, keinen einzigen Fall des unsäglichen menschlichen Leids, aber die ehrliche Anerkennung der Völker, auf deren Rücken und mit deren Blut die sogenannten „neuen Welten“  Australien und Amerika nach der europäischen Kolonialisierung entstanden waren, macht zutiefst etwas mit jedem fühlenden und empathischen Menschen, der sich vor einigen der dunkelsten Kapitel der Weltgeschichte nicht verschließt.

 

 

 

Anyone who listens to Australian podcasts is familiar with land acknowledgements, the recognition of Australian First Nations and the territories they lived on for millennia before European colonization. Whether at the Australian Broadcasting Corporation, in Australian podcasts, school assemblies or political speeches (see also my link to Deepa Fernandes' article here), they are ubiquitous now.

 

The recognition of the traditional custodians of the land (not so much "owners”, since the concept of “owning” land seemed as nonsensical to many Indigenous cultures around the world as wanting to own the air we all breathe), changes the view on vast territories on this planet and the consciousness of the people living on colonized soil today, but also that of its visitors!

 

No, it does not correct any old injustices, no genocide, not a single case of unspeakable human suffering, but the honest recognition of the peoples on whose backs and with whose blood the so-called "new worlds" (Australia, the Americas) were created after European colonization, should do something profound to every sentient and empathic human being who opens their mind to some of the darkest chapters of world history.

 

 

© Kory Wynykom, 2023

 

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